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Feldgeschworener Franz Dirr ausgezeichnet

Landrat Thorsten Freudenberger hat verdiente Feldgeschworene geehrt und dankte ihnen für ihren zuverlässigen Einsatz.

Feldgeschworener Dirr

v.l.n.r.: 3. Bgm. Karlheinz Thoma, Franz Dirr, Landrat Thorsten Freudenberger

Es ist das älteste, heute noch erhaltene Ehrenamt der kommunalen Selbstverwaltung: das Amt des Feldgeschworenen. Im Landratsamt Neu-Ulm wurden jetzt elf langjährige Feldschworene geehrt. Zu ihren Aufgaben gehört es, bei der Kennzeichnung von Grundstücken mitzuwirken. Zunächst in Franken und seit 1868 auch verbindlich in allen bayerischen Gemeinden sind Feldgeschworene im Einsatz. Als ortsansässige Bürger erfüllten sie auch heute, unter Bedingungen der modernen Vermessungstechnik, eine Mittlerfunktion zwischen Staat, Vermessungsbehörde, Kommune und Bürger. Die Feldgeschworenen bereiten Vermessungstermine vor, sorgen für die Bereitstellung von Grenzsteinen sowie Geräten und "stehen den Antragstellern auch sonst zur Seite". Sie beraten Grundstückseigentümer und "schlichten auch heute noch so manchen Streit". Feldgeschworene können selbstständig und ohne Anleitung des Vermessungsamtes Grenzzeichen aufrichten, auswechseln, sie höher oder tiefer setzen sowie sichern. Das Amt des Feldgeschworenen verlange eine sehr gute Ortskenntnis, Zuverlässigkeit, Fachwissen und Diskretion sowie handwerkliches und technisches Geschick. Heute arbeiten Vermessungsleute und Feldgeschworene gemeinsam bei der Vermessung und Abmarkung von Grundstücken. Gewählt werden die Feldgeschworenen auf Lebenszeit. Seit 1981 ist es auch Frauen gestattet, das Amt auszuüben.

Der Landrat Thorsten Freudenberger dankte den Geehrten für ihren zuverlässigen Einsatz im Hintergrund. Feldgeschworener sei zwar "eines der stilleren Ehrenämter, für die kommunale Gemeinschaft und den kommunalen Frieden ist es aber von einer nicht zu unterschätzenden Bedeutung".

Auch Herbert Völk, der Leiter des Amts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in Günzburg, würdigte die Arbeit der "Außendienst-Mitarbeiter des Vermessungsamtes". Die Profis schätzten sie sehr. Die Feldgeschworenen, die es nur noch in Bayern und Rheinland-Pfalz gebe, ermöglichten auch deutlich niedrigere Gebührensätze als in den übrigen Bundesländern.

Franz Dirr übt dieses Amt bereits seit 40 Jahren aus. Er erhielt eine Ehrenurkunde mit der Unterschrift von Heimatminister Markus Söder. Seinem Ministerium untersteht das Vermessungswesen im Freistaat Bayern.