Dr. med. Ludwig Seitz

Ludwig Seitz wurde am 24.  Mai 1872 als Sohn des Gastwirts, Bierbrauers und Landwirts Franz Seitz und seiner Gattin Josefa (geborene Dirr) geboren. Er absolvierte das Gymnasium St. Stephan in Augsburg und studierte dann Medizin in München, Berlin und Heidelberg.  Sein Spezialfach war Gynäkologie und Geburtshilfe.  

Seit 1904 mit Hedwig Kerschensteiner, der Nichte des bekannten Pädagogen verheiratet, war er seit 1903 Privatdozent an der Münchner Universität, folgte dann 1910 einem Ruf als ordentlicher Professor und Direktor der Universitätsfrauenklinik und Hebammenschule in Erlangen und 1921 an die Universität Frankfurt.  Er gewann internationalen Ruf durch seine Einführung der Röntgenbestrahlung bei Krebs.

Der persönlich äußerst bescheidene, stille Gelehrte und Forscher wurde vielfach geehrt: Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt, Behring-Ehrlich-Medaille, Mitglied der Kaiserlichen Leopoldinischen Akademie in Halle, zweifacher Ehrendoktor, Ehrensenator der Universität Frankfurt am Main.

Die Ernennung von Professor Doktor Seitz zum Geheimen Hofrat, welche nach der Revolution 1918 erfolgte, war die letzte Verleihung dieses Titels durch die Bayerische Staatsregierung.

Mit 66 Jahren wurde er am 1. Oktober 1938 durch das NS-Regime in den Ruhestand geschickt.  Er wählte sich seinen Heimatort Pfaffenhofen als zweiten Wohnsitz und beschäftigte sich weiterhin mit wissenschaftlichen Arbeiten.  So blieb er bis in sein hohes Alter der medizinischen Forschung und Lehre eng verbunden.

Anläßlich seines 70 Geburtstages ernannte ihn die Marktgemeinde am 16.  Mai 1942 zum Ehrenbürger.

Geheimrat Dr. Seitz starb 89jährig am 19.  Juni 1961.

 

 

 

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