50 Jahre Kindergarten St. Martin

Generationen von Pfaffenhofenern Bürgern haben als Kinder den Kindergarten St. Martin besucht der am 1. Adventssonntag 1957 von Bischof Dr. Josef Freundorfer eingeweiht wurde. Vorangegangen war eine zweijährige Planungs- und bauphase. Das Baugrundstück am Schwesternweg wurde zu einem Bruchteil des eigentlichen Wertes von Dagmar Aarestrup an die Pfarrgemeinde verkauft. Möglich wurde der Neubau auch deshalb weil zahlreiche freiwillige Helfer, unter ihnen auch Pfarrer Martin Humpf, mit viel Eigenleistung den Bau vorantrieben. Der Kindergarten bestand zu dieser Zeit aus zwei kleineren Gruppenräumen, Garderobe, Waschraum und WC sowie im Dachgeschoss einer Kindergärtnerinnenwohnung. Die erste Kindergartenleiterin Annemarie Wachter betreute zusammen mit Dagmar Aarestrup 30 bis 40 Kinder. Von 1961 bis 1987 wurde der Kindergarten von Schönstattschwestern geleistet, zuerst von Schwester Theresvina Stöckl. Bald wurden die Räumlichkeiten zu klein, so schlossen sich im Jahr 1965 die Gemeinden Pfaffenhofen, Berg, Kadeltshofen, Roth, Beuren und Volkertshofen zu einem Kindergartengemeindeverband zusammen und finanzierten einen Erweiterungsbau . Dadurch wurde St. Martin 1966 der erste Mittelpunktkindergarten mit Kindertagesheim im Landkreis Neu-Ulm.
Diese erfolgreiche Geschichte wurde am 24. Juni im Martinushaus ausgiebig gefeiert. Bürgermeister Josef Walz erinnerte in seinem Grußwort daran, dass er selbst unter Tante Annemarie, der damaligen Kindergartenleiterin Annemarie Wachter, seine ersten sozialen Kontakte knüpfte. Weiter erinnerte er sich an den Flötenunterricht bei Schwester Thersvina. Er dankte im besonderen den Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen, die den Spagat schafften, Kinder Kinder sein zu lassen und sie gleichzeitig auf das Leben vorzubereiten. Frohes Kinderlachen und lebhaftes Herumtollen im Kindergarten seien der schönste Beweis, dass sich die Kleinen wohl fühlten, und das schon seit 50 Jahren. Pfarrer Raimund Alker konnte zahlreiche Gäste begrüßen, unter ihnen auch Dekan Markus Matthes. Er freute sich, dass auch so viele ehemalige Erzieherinnen zum Jubiläum gekommen waren, unter ihnen auch die langjährige Kindergartenleiterin Schwester Theresvina Stöckl. Kirchenpfleger Matthias Braun dankte posthum dem verstorbenen Pfarrer Martin Humpf und Dagmar Aarestrup. Braun betonte auch, dass die Katholische Kirchenstiftung nicht nur Träger der Einrichtung ist, sondern zusätzlich die Baulast trage. Dank sprach er auch der Marktgemeinde aus, die durch eine Betriebsträgervereinbarung mithelfe, die anfallenden Defizite im laufenden Betrieb auszugleichen. Dann standen die Kinder selbst im Mittelpunkt. Sie führten das Märchenspiel Schneewittchen und die sieben Zwerge auf, für das sie begeisterten Beifall bekamen. Zur Unterhaltung der Kleinen und auch der Großen spielte das Kasperltheater Schlabbergosch im Keller des Martinushauses. Beim Tag der offenen Tür im Kindergarten St. Martin herrschte großer Andrang und lebhaftes Treiben mit vielen Attraktionen für Kinder.