Blödsinn der Jahrhunderte

Bunter Abend 2003
Einen Streifzug der besonderen Art durch die Geschichte Pfaffenhofens, oder wie es gewesen sein könnte, unternahm der Liederkranz Pfaffenhofen bei seinem "Bunten Abend".
Ganz früh, nämlich in der Steinzeit, in einer Eigentumshöhle in Pfaffenhofen sind demnach die Spätzle beim missglückten Versuch eine Brotsuppe zu kochen, entstanden. Besonders gut munden sie natürlich mit einer ordentlichen Portion Mammutsoße darüber. Viel besser jedenfalls als die sauren Mammutnierla, die schon " a bissle soichalat".
Die Nächsten waren die Römer, die den Pfaffenhofenern auch den Turm in ihrem Wappen bescherten. Dass sie nicht nur für militärische Bauten sorgten, sondern auch an hübschen Schwabenmädeln Gefallen fanden, zeigte der zweite Sketch.
Geschichtliche Tatsache ist, dass in Pfaffenhofen einst eine Burg stand. Ob das vom Liederkranz gezeigte Drama der Minne um die schöne Gertrude dort so stattgefunden hat ist zweifelhaft. Liebe und Leidenschaft sorgten jedenfalls letztlich für ein veritables Gemetzel, das keiner der Akteure überlebte. Unzweifelhaft jedoch hatte das Publikum seinen Spaß daran, historische Wahrheit hin oder her.
Der Xaver und der Michel sind die Pfaffenhofener Rekordhalter im Schulbankdrücken. Was ihnen vielleicht an Klugheit fehlt machen sie durch Sangeskunst wieder wett.
Mit Spannung erwartet wird jedes Jahr der Auftritt der Distelfinken. Heuer nahmen sie als Räuber und Wegelagerer die örtlichen Geschehnisse aufs Korn. Ob Beurener Wasser oder Erbishofener Kanal, ob grüner Punkt oder gelber Sack, nichts war vor ihren Kommentaren sicher. Den drohenden Verlust des Treffpunktes "Recyclinghof" würden sie geschickt mit einem Recyclingcafe kompensieren. Und in Abwandlung eines bekannten Bibelwortes konstatierten sie, dass leichter ein Flieger nach Amerika, als ein Hund nach Marienfried kommt. Mit der Aufzählung der im Ort vertretenen Geistlichkeit machten die Distelfinken allen klar warum Pfaffenhofen eigentlich Pfaffenhofen heißt.
Da Pfaffenhofen ja aus einer kleinen Ansammlung von Bauernhöfen entstanden ist, durfte natürlich ein Bauerntheater mit Nachbarschaftsfehde und Nachbarschaftsliebe mit dem obligatorischen Happy End nicht fehlen.
Krönender Abschluss war der Auftritt von "Jakob Adler" dem tollkühnen Flieger. Mit seiner fabelhaften Flugmaschine, gebastelt aus einer alten Blechbadewanne, Spaten, Wagenbremse, Spaten, Ofenrohr und sonstigen Blechteilen verspricht er eine spannende Saalrunde zu fliegen, bei der höchstens zwei oder drei aus dem Publikum draufgehen würden. Dass dann letztlich doch alle Anwesenden mit dem Leben davon kamen, war diversen Startschwierigkeiten und dem beherzten Eingreifen des Sicherheitsbeauftragten des Theaters zu verdanken.
Vier Stunden Spektakel begeisterten das Publikum und waren ein gelungener Beitrag zum Reigen der Veranstaltungen des Jubuläumsjahres.
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