Bunter Abend 2008

Liederkranz steht im Wald
Das verhieß zumindest das Motto der drei bunten Abende. Und so spielten sich tatsächlich ein Gutteil der kabarettistischen Nummern und Sketche im dunklen Tann ab. Durch den Wald geführt wurde das Publikum vom Hirtengott Pan, dargestellt vom Vorsitzenden des Liederkranzes Kurt Wikorill. Die Rohrspatzen, zuständig fürs Kabarett beim Liederkranz zeigten einen Ausblick auf Pfaffenhofen im Jahre 2058. Dank großzügiger Umfahrungen ist Pfaffenhofen in die Steinzeit zurückgefallen, die Orteile boomen hingegen. So gibt es die "Universitätsstadt Beuren", "Bad Remmeltshofen" und die "Domstadt Balmertshofen". Das örtliche Gewerbe beklagt hingegen eine tiefe Rezession. Eichhörnchensulzen wollen nicht recht gehen, niemand will den Fichtennadelnmet vom Wirt trinken, Lendenschurze sind Ladenhüter und die Hebamme hat die letzte Geburt vor 25 Jahren eingeleitet. Vor diesem Hintergrund wird dann die örtliche Kommunalpolitik auf die Schippe genommen. Die Marktverwaltung wird mit der neuen Orgel verglichen. "Vorne sitzt der Organist mit seinen Manualen und steuert die Pfeifen. Manche Pfeifen tönen laut, andere schwingen nur mit.", so lautet die Kernaussage. Auch das Hermann-Köhl-Jahr gibt Anlass für einen Sketch. Außerirdische sind im All auf ein Überbleibsel der "Bremen" gestoßen und sind verfrüht, da die Hermann-Köhl-Gedenkfeierlichkeiten erst im April beginnen, in Pfaffenhofen "Airfield Neue Mitte-West" gelandet. Auf der Suche nach Treibstoff für ihr Raumschiff stoßen sie rasch auf Bier was sie zu der überraschten Feststellung bringt: "Mir kommt es so vor, als ob die Erdlinge unseren Treibstoff saufen". Bei der "Ungarischen Moritat" zeigt Gerhard Staab, assistiert von seiner Ehefrau Elfie Staab und unterstützt vom wackeren Geiger Franz Spindler auf wo heftige Liebe und Eifersucht führen können. Unglaublich beweglich zeigen sich drei Tenöre und reißen damit das Publikum zu wahren Lachsalven hin. Die Auswüchse von Joggingwahn und Volksmarschvernarrtheit nehmen die Sketche vom "Permanenten Volksmarsch" aufs Korn. Einen Marsch durch eine Vielzahl bekannter Melodien unternimmt die Gerichtsverhandlung mit dem stummen angeklagten Musiker und animiert das Publikum zum Mitsingen. Einen grandiosen Schlusspunkt setzte dann die Liederkranzjugend mit ihrer wilden Wilderergeschichte. Das zufriedene Publikum belohnte die Mühen der Akteure nach fast vierstündiger Aufführung mit begeistertem Applaus.