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Der Räuberpfarr

Einen Pfarrer der ganz anderen Art bekommt das Dorf Keitersbach im Theaterstück, das vom ‚Brett im Schtoi’ und dem Spielkreis des Liederkranzes in vier Aufführungen auf die Bühne des Martinushauses gebracht wurde. Nachdem die Räuberbande um Räuberhauptmann Guschtl Raubhauser beobachtet wie der richtige Pfarrer auf dem Weg zu seiner neuen Pfarrstelle tödlich verunglückt, fasst sie einen kühnen Plan. Guschtl Raubhauser, alias Konrad Jahn, im richtigen Leben unter anderem Pfarrgemeinderatsvorsitzender, soll sich als der neue Pfarrer ausgeben um die Reichtümer der Dörfler auszukundschaften. ‚A bessere Tarnung für a Lumperei wia d´Kirch gibt’s doch gar net’ sind sich die Räuber einig. Das Zögern wird dem Räuberhauptmann von seiner Räuberbraut, der roten Res (Karola Frick) energisch ausgetrieben. Jackl, der Dritte im Räuberbunde, gespielt von Markus Walz dem Mesner von Pfaffenhofen, macht mit und sorgt im Hintergrund dafür dass mit der Gaunerei alles glatt läuft. In Keitersbach angekommen stellt sich rasch heraus, dass auch die braven Dorfbewohner keine Unschuldslämmer sind. Die Großbäuerin Kupplingre (Angelika Bader) versucht ihre scheinbar trottelige Tochter zu verkuppeln, der Bürgermeister (Georg Birkle) will mit allerlei Tricks seine Stellung im Dorf festigen, der Bräu (Nikolaus Maucher) will das Gegenteil. Komplettiert wird die Bevölkerung durch die Hauslere (Helga Baier), den Mesner (Marktrat Rudolf Werwein), den armen ‚Schlucker’ (Josef Walz, Bürgermeister von Pfaffenhofen) und nicht zuletzt vom Gendarmen mit denkbar geringen kriminalistischen Fähigkeiten (Konrad Stetter). Dass im Verlauf der Geschichte die wildesten Verwicklungen entstehen, versteht sich fast von selbst. Es entstehen Szenen von herrlicher Komik, die vom Publikum begeistert aufgenommen werden. Einen Höhepunkt stellt die Beichtstuhlszene dar, nicht zuletzt durch die äußerst gekonnte Integration dieses Bußmöbels in das Bühnenbild. Aber auch der Rest des Theaterstücks wird von den Darstellern bravourös gemeistert. Der Lohn dafür sind Lachstürme und begeisterter Beifall des Publikums im vollbesetzten Martinushaus. Geschrieben wurde die Geschichte von Peter Lanstorfer.  Nikolaus Maucher, der auch die Spielleitung innehatte, brachte die Geschichte in schwäbische Mundart. Verantwortlich für die Maske war Sylvia Thäle, souffliert wurde von Anni Maucher, Sigi Götz und Gisbert Eppelt sorgten für Licht und Ton. Musikalisch umrahmt wurde der Theaterabend vom ‚Sparpaket’ Alfons Ambros, Alfred Gamperling und Gerhard Staab. Das gelungene Bühnenbild stammt vom Künstler Norbert Riggenmann.

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