Doppeleinweihung

Gelebte Ökumene
Bis zur fast letzten Minute waren rings ums Martinushaus die Bauarbeiter noch beschäftigt damit die Gäste der Doppeleinweihung der renovierten evangelischen Kirche "Zum guten Hirten" und des ebenfalls renovierten und erweiterten Martinushauses auf Pflastern ins Haus gelangen konnten. Begonnen hatten die Feierlichkeiten in der evangelischen Kirche, die jetzt in neuem Glanz erstrahlt. Der Vorraum wurde erneuert, der Fußboden in der Kirche neu verlegt. Zudem musste die Elektroanlage einer Überholung unterzogen werden, neue Heizungselemente installiert und die Beleuchtung neu gestaltet. Die vorgesehene neue Bestuhlung fiel ökologischen und finanziellen Überlegungen zum Opfer. Die alte Kanzel wurde durch einen neuen Ambo ersetzt. In schönen Farben leuchtet nach der Renovierung auch das Altarbild. Von den "Kreativen" erhielten die Kirchenbänke neue Sitzpolster. Mit den Worten "Wir feiern gemeinsam, weil es zu Pfaffenhofen passt" hob Pfarrer Erstling bei seiner Begrüßung den guten ökumenischen Geist, der in Pfaffenhofen herrscht, hervor. Das Thema Ökumene griff auch die Neu-Ulmer Dekanin Gabriele Burmann in ihrer Festpredigt auf. "Diese Doppeleinweihung wird sich herumsprechen und weit ins Land leuchten. Es bleibt ein Stachel, dass die beiden Kirchen nicht zusammen sind", meinte sie. Am Schluss des Gottesdienstes wurden die vielen ehrenamtlichen Helfer, die maßgeblich zur gelungenen Renovierung beigetragen hatten, mit Blumensträußen und kleinen Geschenken geehrt. Gleich anschließend ging es mit den Feierlichkeiten im Martinushaus weiter. Es hat einen Anbau und ein neues Dach bekommen. Der Eingangsbereich wurde neu gestaltet und der Saal komplett überarbeitet. Er bekam alle notwendigen technischen Einrichtungen wie Klimaanlage, schallschluckende Decke und neue Beleuchtung. Ein besonderes Highlight ist die neue Küche. Sie ist mit allem ausgestattet was für die perfekte gastronomische Versorgung von großen und kleinen Veranstaltungen erforderlich ist. Im Untergeschoß wurden vielfältig nutzbare Räume geschaffen, auch die technischen Anlagen wie Heizung, Lüftung und sanitäre Einrichtungen sind erneuert. Kirchenpfleger Matthias Braun machte in seiner Begrüßungsansprache deutlich, welche Summen für diese Baumaßnahme erforderlich waren. Insgesamt knapp 1,6 Millionen Euro waren in den 14 Monaten Bauzeit ausgegeben worden. Davon trugen die Diözese 882.000 Euro, 170.000 Euro kamen als Zuschuss von der Marktgemeinde. Der Rest muß von der Pfarrgemeinde aufgebracht werden. Über 80 ehrenamtliche Helfer, die insgesamt 2.800 freiwillige Arbeitsstunden auf der Baustelle verbrachten, halfen die Kosten in Grenzen zu halten. "Heute würde solch ein Projekt nie und nimmer genehmigt" zeigte sich Braun überzeugt, nachdem die Diözese jetzt überall den Rotstift ansetzt. Bürgermeister Josef Walz hob in seinem Grußwort den Verdienst, den der ehemalige 2. Bürgermeister Josef Gold beim Zustandekommen des Finanzierungsversprechens der Diözese hatte, hervor. Bei einer Veranstaltung in Marienfried hatte Gold mit sehr direkten Worten den damaligen Finanzdirektor Dr. Eugen Kleindienst angegangen und ihm dadurch eine vorsichtige Zusage abgeluchst. Eine reihe von Gästen hatte Geschenke zur Einweihung mitgebracht, so die Kirchengemeinden Beuren und Roth, die eine Geldspende überreichten. Vom Architekten gab es einen großen abschließbaren Schlüsselschrank. Vereinsringvorsitzender Karlheinz Thoma schenkte der evangelischen Kirchengemeinde im Namen der Vereine einen neuen Klingelbeutel samt erster Füllung. Fürs Martinushaus brachte er Geld für ein Funkmikrofon mit. Nach den Grußworten war es Zeit für Ehrungen. Seit 50 Jahren ist Maria Baldenegger die Pfaffenhofener Organistin. Dafür wurde sie mit einer Urkunde von Bischof Victor Josef Dammertz ausgezeichnet. Von der Pfarrgemeinde erhielt sie als Geschenk eine Statue der heiligen Cäcilia, der Patronin der Kirchenmusik. Josefine Fischer ist seit 35 Jahren die Mesnerin von Niederhausen und erhielt hierfür ebenfalls eine Urkunde des Bischofs. Eine Gutschein für ein Wellness-Wochenende in Bad Krumbad durfte Margarete Gamperling für sich und ihren Mann Oswald als Dank für viele Jahre Mesnerdienst in Pfaffenhofen entgegen nehmen. Leider konnte Oswald Gamperling der, wie vielfach betont wurde, der 'gute Geist' auf der Baustelle gewesen war, wegen gesundheitlicher Probleme nicht selbst anwesend sein. Für 30 Jahre kirchliche Seniorenarbeit erhielten das Ehepaar Helga und Konrad Stölzle ebenfalls ein Wellness-Wochenende geschenkt. Als kleinen Dank für 10 Jahre Pfarrertätigkeit in Pfaffenhofen gab es eine Wellnessreise nach Bad Wörishofen für Pfarrer Egger. Einen rasanten Schlusspunkt der Veranstaltung setzten dann die Akrobaten vom Zirkus Claretti mit ihren gekonnten Darbietungen.
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