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Ein seltener Tag

50. Jahrestag Primiz Pfarrer Loska

Dem 20. Mai 1956 waren einige regnerische Tage vorausgegangen und das Wetter schien auch am Tage der Primiz von Herbert Loska nicht besser sein zu wollen. Als jedoch die Musikkapelle den Choral "Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" anstimmte, brachen die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolken. Herbert Loska, der eine Woche zuvor in Augsburg zum Priester geweiht worden war freute sich für die Leute, die sonst bei der Feier im wahrsten Sinn des Wortes im Regen gestanden wären. Und das wären viele gewesen, ganz Pfaffenhofen war auf den alten Sportplatz gekommen. Wie es der Zufall will wurde Herbert Loska im gleichen Jahr geboren in dem die letzte Primiz vor seiner eigenen in Pfaffenhofen stattfand, 1931 also vor 25 Jahren. Seine Wiege stand in Breslau. Wie viele andere musste seine schwangere Mutter mit ihm und vier Geschwistern von einem Tag auf den anderen die Heimat verlassen. Der Weg führte sie über Sachsen und Österreich nach Pfaffenhofen. Nach dem Besuch der Oberschule in Weißenhorn wechselte Loska auf Empfehlung des damaligen Ortspfarrers Martin Humpf ins Internat nach Dillingen. Anschließend trat er ins Priesterseminar ein. Nach seiner Priesterweihe wurde er Kaplan in Schrobenhausen von wo er 1957 nach Pfaffenhofen an der Ilm wechselte. Dann führte ihn sein Weg nach Buchenberg im Allgäu. Zuerst als Kaplan, dann ab 1964 als Pfarrer und zuletzt ab 1999 als Leiter der Pfarreiengemeinschaft Buchenberg war er dort bis zum Antritt seine Ruhestandes 2002 tätig. Diesen verbringt er seitdem im Elternhaus in Pfaffenhofen. Aus dem Pfarrer i. R. (im Ruhestand) wurde schnell  i. R. (in Reserve), nachdem er schnell erkannte, dass er in der Kirchengemeinde dringend gebraucht wird. Obwohl der Gesundheitszustand leider nicht mehr der Beste ist, zelebriert Herbert Loska noch immer täglich außer Donnerstag eine heilige Messe. Nachdem der Ruheständler solchermaßen in das Leben der Pfarrgemeinde eingespannt ist war klar dass das goldene Priesterjubiläum in einem gebührenden Rahmen gefeiert wird. Dem bescheidenen Menschen Loska war das zwar gar nicht so recht, aber Kirchenpfleger Matthias Braun meinte „ein bissle muss schon sein“. So wurde das Jubiläum in der Pfarrei St. Martin in Pfaffenhofen wie auch in der Kirchengemeinde St. Cosmas und Damian in Beuren mit feierlichen Gottesdiensten, einem Empfang in Beuren und einem Festakt im Martinushaus festlich begangen. Zu den Gästen zählten neben Dekan Markus Mattes (Neu-Ulm), der die Festpredigt hielt, und weiteren Vertretern der Geistlichkeit auch der ehemalige Pfarrer der Marktgemeinde, Georg Egger, wie auch zwei Priester, die nach Pfarrer Loska in Pfaffenhofen Primiz feiern konnten: Monsignore Jakob Eberle (Augsburg) im Jahr 1964 und Pfarrer Max Stetter (Stadtbergen) im Jahr 1966. Selbstverständlich war auch ein große Delegation einschließlich Kinder- und Jugendchor aus seiner ehemaligen Pfarrei Buchenberg gekommen. Zum Festakt im Martinushaus wurde der Jubilar von Musikverein Pfaffenhofen und Fahnenabordnungen der Vereine begleitet. Die Böllerschützen brachten einen donnernden Salut aus. "Ein paar Schuhsohlen sollte man ablaufen, um einen Primizsegen zu erlangen", weiß Kirchenpfleger Braun Er selbst hatte das Glück 1956 bei der Primiz von Pfarrer Loska als Ministrant mit dabei zu sein. Als Kind habe Herbert Loska Gärtner und später Kinderarzt werden wollen, verriet Braun. Stattdessen sei er "ein erfolgreicher Arbeiter im Weinberg des Herrn" geworden. Die Pfarreien St. Martin und St. Cosmas und Damian mit allen Filialkirchen könnten sich glücklich schätzen, Pfarrer Loska als Ruhestandspriester zu haben. "Das sehr gute Gottesdienstangebot könnte ohne ihn nicht aufrecht erhalten werden", bekräftigte der Kirchenpfleger. Pfarrer Raimund Alker betonte, dass sich die Mithilfe von Pfarrer Loska habe sich für ihn als ein wunderbares und unerwartetes Geschenk entpuppt habe, für das er von Herzen dankbar sei. Er würdigte den Jubilar, der trotz gesundheitlicher Einschränkungen täglich Gottesdienste hält und Predigtdienste übernimmt, als ein "Vorbild im Engagement und Einsatz für die Kirche." Für Pfaffenhofen sei es ein Segen gewesen, dass Herbert Loska mit dem Eintritt in den Ruhestand quasi "back to the roots" in die Gemeinde zurückgekehrt sei, die ihm nach dem Krieg zur Heimat geworden war., führte Bürgermeister Josef Walz aus. Weiterhin betonte er, dass es heute bei weitem nicht mehr selbstverständlich sei einer Berufung ein halbes Jahrhundert treu zu sein. Zum Gelingen der Feier trugen die Ständchen vom Kinder- und Jugendchor Buchenberg und vom Männerchor des "Liederkranz" bei. Die Ministranten zeigten eine schon fast akrobatische Darbietung, der Pfarrgemeinderat Beuren führte eine lustigen Sketch um eine neue Soutane auf und Helga Beier erheiterte das Publikum mit einem Vortrag. Seinen würdigen Abschluss fand der Festtag mit der Feier einer Vesper in der Pfarrkirche St. Martin.

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