Ein Tag zum fröhlich sein

Festakt 700 Jahre Pfaffenhofen
Grund zum fröhlich sein hatte Pfaffenhofen am Samstag fürwahr. 700 Jahre ist es her, dass der Ort zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde, ein Grund zum Feiern. Am 11. März 1303 hatte Graf Ulrich von berg seine Burg in Pfaffenhofen an den Herzog Friedrich von Österreich um 700 Silbermark Ulmer Gewicht verkauft. Die Beurkundung dieses Geschäfts war die schriftliche Geburtsurkunde Pfaffenhofens.
Den Auftakt der Feierlichkeiten machte ein ökumenischer Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin. Die Fahnenabordnungen der Vereine zogen feierlich in die gut besetzte Kirche ein. Pfarrer Georg Egger gebrauchte in seiner Begrüßung das Sinnbild einer Bühne, auf der sich die Geschichte Pfaffenhofens abgespielt habe, Komödien, Dramen, Tragödien und Liebesgeschichten seien aufgeführt worden in all der Zeit. Die Zeit war auch das Motto der Festpredigt von Pfarrer Andreas Erstling. Schwungvoll wurde der Gottesdienst vom Gospelchor "Joyfull voice" der evangelischen Kirchengemeinde Pfaffenhofen / Weißenhorn untermalt.
Nach dem Gottesdienst formiert sich der Festzug und zog mit Fackelschein und klingendem Spiel der Musikkapelle Pfaffenhofen zur Turnhalle der Hermann-Köhl-Schule, wo er mit donnerndem Salut der Böllerschützen des Schützenvereins Pfaffenhofen begrüßt wurde. In der vom Liederkranz festlich geschmückten Halle wurden die Gäste mit einem Glas Jubiläumssekt begrüßt. Eine erfreulich hohe Anzahl von Bürgern, ca. 650, hatte sich zum Feiern eingefunden, und so war die Halle voll besetzt.
Ein ungewohntes Bild bot Bürgermeister Josef Walz bei seiner Festansprache. Zum dritten Mal in seiner Amtszeit hatte er die Amtskette umgelegt. Er konnte eine Vielzahl von Ehrengästen, die der Einladung gefolgt waren, begrüßen. Zurück und nach vorn zu blicken biete solch ein Jubiläum Anlass, sagte er zu Beginn seiner Rede. "Mutig, fleißig und bürgerschaftlich haben die Menschen dieser Gemeinde die Herausforderungen ihrer jeweiligen Zeit angenommen und ihre Identität bewahrt", so charakterisierte er die Pfaffenhofener der Vergangenheit und Gegenwart. Mit dem Hinweis auf den berechtigten Stolz der Marktbewohner auf das geschichtliche Erbe ihrer Vorfahren schloss er seine Rede.
Landrat Erich Josef Geßner stellte den Heimatbegriff in den Mittelpunkt seiner Festansprache. Drei Säulen seine prägend für die Dorfgemeinschaft in Pfaffenhofen: das kirchliche Leben, das Engagement in Vereinen und Kultur und die Lebensqualität des harmonischen Zusammenlebens. Er attestierte der Gemeinde, dass die sie den gern verwendeten Titel "Perle des Rothtals" zu Recht trage, sie sei eine liebenswürdige und liebenswerte Gemeinde mit selbstbewussten Bewohnern. Wie es sich gehört, war Landrat Erich Josef Geßner natürlich nicht ohne Geschenk zur Geburtstagsfeier gekommen, er überreichte Bürgermeister Josef Walz ein neues "Goldenes Buch" für die Marktgemeinde.
Der gemischte Chor des Liederkranzes Pfaffenhofen brachte es mit seinem ersten Liedvortrag auf den Punkt. "Heut ist ein Tag zum fröhlich sein", so war der Titel des ersten Liedvortrags. Anschließend trug er die "Ode an die Freude" in bestechender Qualität vor.
Chronist Herbert Schörnig stellte dann den neuen Bildband mit dem Titel "Pfaffenhofen, einst und heute" vor. Auf 140 Seiten und mit 190 Bildern wird das Pfaffenhofen der Vergangenheit und der Gegenwart vorgestellt. In der anschließenden Pause machten dann die Besucher rege von der Möglichkeit diesen Bildband zu erwerben Gebrauch.
Die lange Pause, während der die Gäste mit dem inzwischen schon berühmten Pfaffahofer Urtrunk, der im übrigen von der Memminger Brauerei gestiftet worden war, und Jubiläumssekt erfrischt wurden, bot Gelegenheit auch sonstige Pfaffenhofener Fanartikel zu erwerben.
Normalerweise ist ja der Vortrag einer Ortschronik eine eher trockene Angelegenheit. Nikolaus Maucher schaffte es die Ereignisse der Geschichte Pfaffenhofens unterhaltsam und anschaulich zum Besten zu geben. Wer immer auch in der Geschichte der Gemeinde vorkam, ob Kelten oder Sueben, ob Römer, Klerus, Habsburger oder Fugger, alle wurden im Vortrag humorvoll bedacht. Immer wieder unterbrochen wurde dieser von kurzen musikalische Stücken im Charakter der jeweiligen Epoche, gespielt von Musikern des Musikvereins Pfaffenhofen in historischen Uniformen.
Das Finale des Festaktes wurde vom Männerchor, dem gemischten Chor und einer Abordnung des MV Pfaffenhofens gestaltet, das letzte Lied, die Bayernhymne wurde gemeinsam mit dem Publikum gesungen.
Dann ließ es der Markt Pfaffenhofen so richtig krachen. Ein Brillantfeuerwerk erhellte den Himmel über Pfaffenhofen, die Zahl 700 brannte hell leuchtend ab, gewaltige Böllerschläge setzten einen akustische Schlusspunkt unter eine rundum gelungene Feier.
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