Sprungziele

Entwurf der Fortschreibung steht

Noch rechtzeitig vor den anstehenden Bürgerversammlungen im November und Dezember präsentierte das mit der Fortschreibung des Flächennutzungsplans für Pfaffenhofen beauftragte Büro Schirmer, Architekten und Städteplaner aus Margothöchheim dem Marktgemeinderat den derzeitigen Planungsstand. Mit dem Flächennutzungsplan wurde auch ein integrierter Landschaftsplan erstellt. Eingangs erläuterte Professor Schirmer die Vorgehensweise bei der Planung. Der erste Schritt war die Bestandsaufnahme, die zur Zielformulierung führt, die schließlich in den ersten Vorschlag für die Planfortschreibung mündet.  Dieser Vorschlag beinhaltet sowohl städteplanerische als auch landschaftsplanerische Zielsetzungen. Die Vorstellung des städteplanerischen Parts übernahm Professor Martin Schirmer, den landschaftsplanerischen Teil erläuterten Professor Gerd Aufmkolk und Landschaftsarchitektin Sigrid Ziesel. Als generelles Ziel steht im Plan den Ort für die Bewohner selber, wie auch für Besucher oder auch den Tourismus interessant zu machen. Großen Raum nahm die Erläuterung der Bestandsaufnahme ein. Sehr anschaulich wurden die einzelnen Schritte gezeigt, die zum Ergebnis führten. Auffällig ist die deutliche Süd-Nord-Ausrichtung der Gewässer Roth, Biber, Osterbach und Leibi. Klar wurde auch die Aufteilung in die unterschiedlichen Teillandschaften. Im Osten, um Beuren, liegt die so genannte Riedellandschaft mit ihren steilen Westhängen. Im Westen von Pfaffenhofen ist die Eschachniederung mit hohem Grünlandanteil. Nördlich findet man weite Ackerlandschaft mit fruchtbarem Lößboden. Das Biber- und Osterbachtal bieten unter anderem Feuchtwiesen. Das Rothtal wird trotz der dichteren Besiedlung als naturnah empfunden. Als ausgesprochen positiv wurden Elemente wie vor allem in den Ortslagen schöner alter Baumbestand und Kennzeichen unserer Kulturlandschaft, wie Mühlen, Wegkreuze und Keltenschanzen hervorgehoben. Unterstrichen wurde dies durch Fotografien „wie aus dem Fremdenverkehrsprospekt“, so Professor Schirmer. Aus dieser Bestandsaufnahme ergaben sich dann folgerichtig die Ziele die charakteristischen Teillandschaften zu bewahren, die fruchtbare Lößlandschaft für den Ackerbau zu erhalten, die Riedellandschaft für Radfahren und Wandern noch attraktiver zu machen, die Wiesentäler, Überschwemmungsgebiete und Biotope zu erhalten und die steilen Leitenwälder an den Westhängen zu stabilisieren. In der Rothaue soll die Freizeitfunktion gestärkt und das Wasser durch besseren Zugang zum Fluß erlebbar gemacht werden. Im Siedlungsband entlang des Rothtals soll die Versorgung und Infrastruktur ausgebaut werden. Weitere Wohnbebauung soll im Wesentlichen dort stattfinden. In den Ortsteilen soll der dörfliche Charakter gestärkt und der Kernbestand erhalten und gesichert werden. Die Vernetzung der einzelnen Ortsteile mit Rad- und Gehwegen soll forciert werden. Die Berechnungen zur Ermittlung des Wohnbaulandbedarfs zeigten Überraschendes. Trotz stagnierender Bevölkerungszahlen ergibt sich ein rechnerischer Mehrbedarf, der aus dem steigenden Anteil der Ein- und Zweipersonenhaushalte resultiert. Aus diesen Berechnungen ergab sich für die nächsten 15 Jahre ein Bedarf an etwa 30 bis 35 Hektar. Gegenwärtig sind noch 22 Hektar in Reserve, zusätzliche Flächen sind im Ortskern verfügbar. Daher sind im neuen Plan lediglich 5 Hektar auszuweisen, die im Wesentlichen durch Arrondierungen zu gewinnen wären. Für zusätzliche Gewerbeflächen besteht voraussichtlich ein Bedarf von 8,5 Hektar. Dieses Konzept wird bei den anstehenden Bürgerversammlungen vorgestellt und diskutiert. Die sich daraus ergebenden Anregungen können dann noch in den endgültigen Plan einfließen. 

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