Erinnerung an Herrmann Köhl

Großartigen Zuspruch fand die Feier zum Herrmann-Köhl-Jubiläum in der Aula der Herrmann-Köhl-Schule. Rund 400 Besucher belegten die Sitzplätze oder drängten sich auf den Stehplätzen. Unter den Festgästen waren neben der Festrednerin Dr. Beate Merk auch Landtagsabgeordneter und stellvertretender Landrat Peter Schmid, Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg zu sehen. Auch waren zahlreiche Verwandte von Herrmann Köhl, teilweise aus Schweden, der Schweiz oder Hamburg angereist. Der Musikverein Pfaffenhofen stimmte das Publikum mit einem eigens komponierten "Hermann-Köhl-Marsch" auf die Veranstaltung ein.. "Wir fliegen heute ganz selbstverständlich in der Welt herum", erinnerte Festrednerin Merk an die rasante Entwicklung der zivilen Luftfahrt. "Dabei liegt der erste Flug von Europa nach Amerika erst 80 Jahre, gerade ein Menschenalter, zurück." Merk betonte, dass die fliegerische Leistung von Hermann Köhl und seinen Kameraden höher einzustufen sei als zuvor die Überquerung in West-Ost-Richtung durch Charles Lindbergh, da gegen die Windrichtung geflogen und dadurch mehr Treibstoff mitgenommen werden musste. Sie charakterisierte Hermann Köhl als "richtigen Schwaben", dickköpfig, hartnäckig, erdverbunden und in seiner Heimat fest verwurzelt. Der Schulchor präsentierte ein eigenes Herrmann-Köhl-Lied mit dem Titel "Er wollte fliegen" und einen Rap. Das vor 20 Jahren unter der Regie von Nikolaus Maucher uraufgeführte Theaterstück "Die Überflieger" (Autor Konrad Riggenmann) erlebte seine Wiederaufführung in Form eingeblendeter Filmszenen. Doch plötzlich wurde der Film angehalten und die damaligen drei Hauptdarsteller Manfred Wölfl, Georg Birkle und Norbert Riggenmann spielten unter Beifall des Publikums die Szene live zu Ende. Ein schönes Geschenk machte der Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Neu-Ulm - Illertissen, Dr. Armin Brugger dem Herrmann-Köhl-Museum. 1978 ließ die Sparkasse Neu-Ulm einen Film zum 50-jährigen Jubiläum drehen. Diesen übergab Dr. Armin Brugger an Bürgermeister Josef Walz. Der Vorsitzende des Gewerbeortsverbands Pfaffenhofen Alfons Endres übergab ein Flugmodell Junkers F13 und erfüllte damit einen von Museumsleiter Bernd Weiß gehegten Wunsch. Ein noch lebender heimischer Flieger wurde von Bürgermeister Josef Walz geehrt. Thomas Höchsmann gewann seit 1997 mit seinen Großmodellen eine deutsche Meisterschaft nach der andern. 2007 startete er bei der Weltmeisterschaft für Jetmodelle in Irland und wurde Vizeweltmeister. Bedankt und beschenkt wurden aus dem Kreis der Verwandten Hermann Köhls Dr. Elisabeth Haug (Hamburg), die dem Museum zahlreiche Erinnerungsstücke zukommen ließ, sowie Lore Schandl, die Kontakt zu den Verwandten hält und das Ehrengrab auf dem Pfaffenhofener Friedhof in Ordnung hält. Nach dem offiziellen Teil war Zeit zum Besuch der umfangreichen Ausstellung, die das Leben von Hermann Köhl in Bild und Text akribisch nachzeichnete, präsentierte von Museumsleiter Bernd Weiß in der alten Aula.
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