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Gedenkstein enthüllt und geweiht

Im Rahmen einer kleinen Gedenkfeier enthüllten Bürgermeister Josef Walz und der Weißenhorner Hobbyhistoriker Ralf Kull einen Gedenkstein mit der Inschrift "Versöhnung über den Gräbern. Ralf Kull war es auch der mit seinen Nachforschungen den Anstoß für diesen Gedenkstein gegeben hatte. Er ermittelte den Hergang des Ereignisses das Pfaffenhofen am Ende des zweiten Weltkrieges getroffen hatte. Am 22. Februar 1945 kurz nach Mittag explodierte eine sogenannte amerikanische "Fliegende Festung" , eine Boeing B17. Sie war in England gestartet um Ulm anzugreifen. Sie geriet jedoch in Turbulenzen die von einem voraus fliegenden Flugzeug verursacht wurden, sackte ab und wurde wohl von der Fliegerabwehr getroffen. Sie explodierte, zwei Besatzungsmitglieder konnten sich mit dem Fallschirm retten, zwei wurden aus der Maschine geschleudert, von diesen überlebte einer. Die anderen sechs wurden beim Aufprall der Maschine kurz vor Pfaffenhofen getötet. Zuvor hatte sie noch ihre Bombenlast in den Wald nahe der heutigen Gebetsstätte Marienfried abgeworfen. Die Lourdeskapelle der Gebetsstätte steht im Krater der von den Bomben gerissen wurde. Die drei überlebenden Amerikaner wurden festgenommen und kamen in Kriegsgefangenschaft aus der sie aber bereits nach wenigen Wochen nach Kriegsende im Mai 1945 befreit wurden. Michael Edwards, der politische Berater des Oberbefehlshabers der US-Luftstreitkräfte war aus dem rheinland-pfälzischen Ramstein, dem größten Stützpunkt der US-Luftwaffe außerhalb der USA, nach Pfaffenhofen gereist um der Einweihung beizuwohnen. Er sagte, dass ihn die Einladung der Marktgemeinde tief berührt habe. In der Feierstunde denke man an Menschen, die ihrerzeit das „größtmögliche Opfer gebracht haben“. Längst seien Geschütze und Bomben verstummt. „Unsere Völker haben ihr gegenseitiges Misstrauen überwunden“, so Edwards. Deshalb sei die Tafel ein „Zeichen der Hoffnung für die Zukunft“. Von Bürgermeister Josef Walz erhielt er eine Miniatur der Gedenktafel. Christian Reimers, Oberst im Generalstab und Mitglied der Fliegergemeinschaft Ulm erinnerte daran, dass Gedenkfeiern für gefallene Soldaten auch Zeichen für die Verständigung ehemaliger Gegner seien. Pfarrer Andreas Erstling betonte, wie wichtig es für Hinterbliebene sei, dass es Orte gibt, an denen der Verstorbenen gedacht werden kann. Gemeinsam mit seinem katholischen Amtskollegen Reinfried Rimmel segnete er den Stein.

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