Immer da, wenn´s brenzlig wird

1876 ergriffen Bürgermeister Haas, Lehrer Hauf, Matthias Sailer und Bertele die Initiative und gründeten die Freiwillige Feuerwehr Biberberg. Begonnen wurde mit einem Steigerzug, einem Spritzzug und einem Zug der Rettungs- und Ordnungsmannschaften. 1913 stand die gewaltige Ausgabe von 1625 Mark für eine neue Spritze an, die das Wasser vom Mühlbach die steile Höhe nach oben pumpen konnte. 1951 wurde eine Leichtkraftspritze mit Spritzenwagen angeschafft. Das neue Feuerwehrgerätehaus mit Gemeinschaftsraum im ehemaligen Schulgebäude wurde 1985 bezogen. Ein überaus aktiver Feuerwehrverein, beispielhaft seien hier nur die Alteisensammlung, das Funkenfeuer und die Mitwirkung bei der Festgemeinschaft Biberberg genannt, wurde 1997 gegründet. 46 Mitglieder hat dieser Verein, die Wehr selbst besteht aus 36 Aktiven und 3 Anwärtern.
Am Freitagabend wurde mit einem Festakt das 125jährige Jubiläum begangen. Zahlreiche Grußredner und Ehrengäste konnte der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Franz Sälzle, begrüßen. Politik und Feuerwehr hätten eines gemeinsam meinte Bürgermeister Josef Walz. Bei beidem werde es manchmal brenzlig. Schade sei es, dass es immer schwieriger werde Menschen zu finden, die sich der Aufgabe bei der Feuerwehr stellten, dabei könne helfen durchaus auch Spaß machen. Dass jedoch die Kommune der Wehr immer helfen würde, das sicherte er an dieser Stelle zu. Dass das Arbeiten "Hand in Hand" auch nachdem der lederne Löscheimer ausgedient habe bei der Feuerwehr immer noch im Vordergrund stünde, betonte der stellvertretende Landrat Peter Schmid. Auf den Wandel von der reinen Brandbekämpfung hin zur technischen Hilfeleistung durch die Feuerwehren wies Kreisbrandrat Raible hin. Kommandant Alfons Rüggenmann betonte, dass es in Zeiten, in denen für alles eine Entlohnung verlangt würde, der Erhalt der Freiwilligkeit eine wichtige Aufgabe sei. Johann Rüggenmann trug den Rückblick auf die 125jährige Geschichte der Wehr vor. Dann folgten die Gratulationen der benachbarten Wehren und der Vertreter der vereine. Geehrt für 44 Jahre im aktiven Dienst und gleichzeitig daraus verabschiedet wurden Franz Bombeck senior und Alois Zeller. Zeller wurde zum Ehrenkommandanten und Bombeck zum Ehrenmitglied ernannt. Als schönes Jubiläumsgeschenk verteilte Franz Sälzle Erinnerungskrüge mit der Biberberger Kirche und dem Feuerwehrgerätehaus als Motiv. Die musikalische Umrahmung der Feier wurde von der Musikkapelle und der Chorgemeinschaft "Sängertreu" Biberberg geschaffen.
Tags darauf war der Ort Schauplatz einer großen und ungewöhnlichen Feuerwehrübung. Ein großes Publikum konnte die Biberberger Wehrmänner in Anzügen und Helmen von anno dunnemals und einer Feuerwehrspritze aus dem Jahr 1912 im Einsatz sehen. Diese kam von Pferden gezogen die Dorfstraße herunter. Am Einsatzort angekommen wurden sie mit Kommandos aus der guten alten Zeit von Franz Sälzle, dem Vorsitzenden des Biberberger Feuerwehrvereins begrüßt: "Ihr Männer der Biberberger Wehr sehet, es brennet hier gar lichterloh. Formieret euch und tretet an, damit rasch die Gefahr von Mensch und Gut abgetan werden kann". Dann die erste Einsatzanweisung:"Fuhrmann mit deinen Helfern, spannet die Rösser eilig, aber mit Bedacht, aus und bringet sie an einen sicheren Ort". Die Pumpenmannschaft nahm die Saugschläuche von der Spritze, kuppelte sie und brachte sie zum Wasser. Die Deichsel wurde abgebaut und in 20 Schritt Entfernung abgestellt. Dann endlich konnte mit Muskelkraft, jeweils von Zwei Helfern an zwei Hebeln, gepumpt werden. Es verging also schon eine ziemlich lange Zeit, bis ein dünner Wasserstrahl zum Löschen zur Verfügung stand. Krasser hätte der Gegensatz kaum sein können, wie sich durch die darauf folgende Übung darstellte. Hier kam unter der Leitung von Kreisbrandinspektor Matthäus Schütz modernste Ausrüstung zum Einsatz. es wurde gezeigt, wie in kürzester Zeit der Brandherd, in diesem Fall eine Wohnung im ersten Stock aus der dichter Qualm drang, von allen Seiten bewässert werden kann. Zuerst traf die Biberberger Wehr mit ihrer Tragkraftspritze ein. Wenige Minuten später rückte schon die Pfaffenhofener Feuerwehr mit ihren Atemschutzgeräten an. Die Wehrmänner aus Beuren, Balmertshofen und Niederhausen bauten die Leitungen vom Osterbach her auf. Mit ihrem modernsten Fahrzeug, das eine große Drehleiter trägt, traf die Weißenhorner Stützpunktwehr ein. Die Zusammenarbeit klappte in vorbildlicher Weise und so waren die "Verletzten rasch geborgen und der "Brand" rasch gelöscht. Beim wohlverdienten Kameradschaftsabend beim bestens besuchten Stadelfest wurde dann auch noch so mancher anderer Brand aufs Beste gelöscht.

























