Jubiläumsausstellung 700 Jahre Pfaffenhofen

Ein Streifzug durch Pfaffenhofens Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Über eine Woche lang, vom 16. bis zum 25. Mai, konnte man sich im Rathaus über Pfaffenhofens Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft informieren. In zahlreichen Räumen bot eine Ausstellung mit vielen Exponaten vielfältige und interessante Informationen. Gestaltet worden war sie unter der Federführung von Herbert Schörnig und Diakon Edwin Rolf. Tatkräftig mitgeholfen haben die Fotofreunde Pfaffenhofen unter ihrem Vorsitzenden Martin Klinger, die Sudetendeutsche Landsmannschaft mit Josef Baier und Konrektor Rolf Gaßner.
Eröffnet wurde die Ausstellung am Freitagabend von Bürgermeister Josef Walz. Bei der Eröffnung gab es von den Schnitzerfreunden Pfaffenhofen ein besonderes Jubiläumsgeschenk. An der Gabelung der Kreisstraße Richtung Berg und Raunertshofen stand eine 260 Jahre alte Linde. Im Jahr 2001 musste sie leider gefällt werden. Von dieser so genannten "Napoleonslinde" sicherten sich die Schnitzerfreunde ein großes Stück vom Stamm. In langer Arbeit schnitzten sie dann das Pfaffenhofener Wappenmotiv, den Römerturm, ein. In seiner kurzen Rede erläuterte der ehemalige Marktrat Martin Wöhrle, selbst aktiver Schnitzer, die Geschichte des Baumes. Als im Jahr 1805 die Linde etwa 60 Jahre alt war, zog Napoleon mit seinem Heer an ihr vorbei in Schlacht von Elchingen. In diesem Jahr soll die Linde ihre Blätter bis Weihnachten getragen haben. Nachdem sich Bürgermeister Josef Walz bei den Schnitzerfreunden bedankt hatte, bekam er eine weitere Überraschung ausgehändigt. Josef Duile, der zusammen mit Leonhard Werwein die Schnitzerfreunde ins Leben gerufen hatte, übergab ein überdimensionales hölzernes Amtssiegel. Das tellergroße Kunstwerk wurde von Waldemar Müller entworfen und geschnitzt. Es trägt die Inschrift "Markt Pfaffenhofen 13003 bis 2003".
Dann ging es vom Freien in den Sitzungssaal des Rathauses, der auch einen Großteil der Ausstellung beherbergte. Absoluter Blickfang war der Pfaffenhofener Kirchturm aus Pappmache, der von Eltern der diesjährigen Kommunionkinder gebastelt worden war. Dahinter hat die Kirchengemeinde Bilder und Gegenstände aus ihrer Geschichte aufgestellt. Der Fotoclub gab mit einer Auswahl aus alten und neuen Fotos einen Überblick über das vergangene und gegenwärtige Leben im Ort. Eine Ecke war für die Sudetendeutsche Landsmannschaft reserviert, die Trachten und Gegenstände aus der alten Heimat zeigte. Fast ein komplettes altes Klassenzimmer mit Schulbänken, Tafel und Landkarte hatte die Hermann-Köhl-Schule aufgestellt. Weiter Exponate wie ein hölzerner Schulranzen, ein altes Klassenbuch oder ein Buchstabensetzkasten zum Lesenlernen illustrierten anschaulich die Geschichte im schulischen Bereich. In die etwas jüngere politische Vergangenheit führten Schautafeln zur Gebietsreform, die sich heuer zum 25 Mal jährt. Im Erdgeschoß wurde die ständige Hermann-Köhl-Ausstellung um zusätzliche Ausstellungsstücke erweitert. Im Kellergeschoß zeigten dann die Schnitzerfreunde ihr können. Kunstvolle Arbeiten, von Krippenfiguren über Schatullen bis hin zu modernen Reliefarbeiten reichte das Spektrum . Ganz oben im Dachgeschoß war die historische Sammlung , die von Chronist Herbert Schörnig betreut wird, geöffnet. Viele Gerätschaften und Kleidungsstücke aus dem vergangenen täglichen Leben waren dort zu sehen.
Am Sonntag war dann Familientag, der auch sehr gut angenommen wurde. Viele Eltern mit ihren Kindern nutzten die Gelegenheit zu einem Ausflug in Pfaffenhofens Vergangenheit. Ein Quiz zum Thema "700 Jahre Pfaffenhofen" fand etwa 200 Teilnehmer, unter denen schöne Preise aus dem Pfaffenhofener Fanshop verlost wurden. Beim Luftballonwettbewerb traten eine Menge Ballons ihre hoffentlich weite Reise an.
Am Samstag den 24. Mai wurde in einem gesonderten Festakt das Jubiläum der Gebietsreform gefeiert. Als Ehrengäste konnte Bürgermeister Josef Walz die ehemaligen Bürgermeister von Berg, Anton Walz, von Biberberg Rudolf Schaffer, aus Raunertshofen Jakob Gallbronner, aus Kadeltshofen Anton Rupp sen., aus Roth Herbert Schörnig, aus Pfaffenhofen Johann Riggenmann und aus der Nachbargemeinde Holzheim Georg Heß. Walz erinnerte daran, dass Pfaffenhofen bei der Gebietsreform eine Vorreiterrolle ein. Die ersten Gemeinden in Schwaben, die sich freiwillig eingemeinden ließen, waren Erbishofen und Diepertshofen. Beim großen Eingemeindungsfest 1969 war dann auch viel Politprominenz, darunter der damalige Innenminister von Bayern, Dr. Bruno Merk auf dessen Initiative die Gebietsreform angestossen wurde, anwesend. Es folgten im Jahr 1972 Balmertshofen, Berg, Biberberg und Volkertshofen. 1978 war es dann auch für Beuren, Kadeltshofen, Remmeltshofen, Niederhausen, und Roth mit Hirbishofen soweit. Viel sei zusammengewachsen in den vergangenen 25 Jahren, und doch hätten sich die Dörfer auf kulturellem Gebiet ihre Eigenständigkeit bewahrt, betonte Walz in seiner Ansprache. Zum Abschluss des Festaktes erhielten Bürgermeister Wegele aus Holzheim, Herbert Pressl und Diakon Edwin Rolf die Jubiläumsmedaille des Marktes.
Ihren Abschluss fand die Ausstellung dann am Sonntag mit der Präsentation der Planung "Neue Mitte Pfaffenhofen" durch den planer Professor Martin Schirmer. Zahlreiche Bürger nutzten diese erneute Gelegenheit, sich aus erster Hand über den Stand der Planung zu informieren.