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Kernige Reden und frohes Beisammensein

Vor 125 Jahren, am 1. Juni 1876, so wurde es vom Königlichen Bezirksamt und Feuerwehrbezirk Neu-Ulm aufgeschrieben, gründete sich die Balmertshofer / Biberberger Feuerwehr. Zu den damaligen Gründungsmitgliedern zählten die Bürgermeister Haas aus Biberberg und Bertele aus Balmertshofen. Es dauerte nicht lang bis der erste Kommandant Matthias Seiler über 40 Feuerwehrleute gebieten konnte. Ausgerüstet waren diese mit einer Löschmaschine, acht Feuerhaken, sechs Feuereimern und der sagenhaften Länge von 19,5 Metern Schlauch. Das musste zur Bekämpfung der kleineren und immer wieder auch mal größeren Feuer reichen. Als sich die Balmertshofer Wehr dann bald verselbstständigte wurde die vorhandene Spritze den Biberbergern für 200 Mark überlassen. Bereits im Jahr 1892 leisteten sich die Balmertshofener eine eigene Spritze, die heute noch bei dem ein oder anderen Umzug als Schmuckstück mitgeführt wird. 1975 wurde ein neues schönes Feuerwehrhaus eingeweiht, bereits im Jahr darauf kam es zur Gründung eines Feuerwehrvereins, der heuer sein 25jähriges Jubiläum feiert.

Am Freitagabend wurden diese Jubiläen mit einem Festakt im Saal des Gasthaus Schenk begangen. Dieser konnte diese große Zahl an Gästen kaum fassen. Der "Schwabenhymnus", gespielt vom Musikverein Kadeltshofen, eröffnete die Veranstaltung. Der 1. Vorstand des Feuerwehrvereins, Konrad Müller sen., begrüßte die zahlreichen Ehrengäste und bracht seine Freude über den regen Zuspruch zum Ausdruck. Der Schirmherr Bürgermeister Josef Walz verwies in seiner Ansprache auf den Wandel der Aufgaben der Feuerwehren. Diese hätten sich anpassungsfähig gezeigt und seien ein nicht wegzudenkender Sicherheitsfaktor für die Bürger. Das hätte sich besonders bei einem Wohnungsbrand in Balmertshofen in jüngerer Vergangenheit gezeigt, als Feuerwehrleute einen Mitbürger unter Einsatz ihres eigenen Lebens aus den Flammen gerettet hatten. Als Geschenk hatte Walz, außer dem obligatorischen Scheck, eine Flasche Klosterfrau Melissengeist mitgebracht. Er meinte, dass auf den Feuerwehrmann und auf den Melissengeist zuträfe: "Nie war er so wertvoll wie heute". Der stellvertretende Landrat Peter Schmid betonte den hohen sozialen Stellenwert und Funktion der Feuerwehren. Auch wäre ohne den Einsatz der freiwilligen Feuerwehrleute ein Schutz von solchem Ausmaß von den öffentlichen Kassen nicht bezahlbar. Der Walzer "Hoffmanns Erzählungen" bildete die Überleitung zur Ansprache des Kreisbrandrats Alfred Raible. Die Chronik der FFW Balmertshofen wurde unterhaltsam von Konrad Müller jun. vorgetragen. Hans Ulrich Werner folgte mit der Chronik des Feuerwehrvereins. Der Ortsvorsteher von Ballmertshofen aus Württemberg, dem 'reichen' Ballmertshofen, weil mit zwei 'L' geschrieben, überbrachte die besten Grüße und Wünsche und ein schönes Bild fürs Feuerwehrheim. Im Namen der Vereine Pfaffenhofens überbrachte der Vereinsringvorsitzende Karlheinz Thoma das Geburtstagsgeschenk und die Glückwünsche und zeigte in seinem Grußwort überraschende Gemeinsamkeiten zwischen der FFW Balmertshofen und Marilyn Monroe auf. Dem folgten weitere Grußworte benachbarter Vereine. Drei Feuerwehrleute wurden nach einem weiteren Musikstück durch den stellvertretenden Landrat Peter Schmid für 25 Jahre Dienst geehrt. Dies waren Karlheinz Ott, Jürgen Reiser und Josef Fuchs jun.. Immerhin noch 11 Gründungsmitglieder des Feuerwehrvereins konnten dann die Ehrung entgegennehmen, Konrad Müller sen. Josef Purr, Franz Adä, Eugen Schenk sen., Josef Fuchs sen. Martin Stölzle, Anton Beil, Hans Ulrich Werner, Willi Riedele, Jürgen Reiser und Karl Braig. Das Schlusswort sprach dann der 1. Kommandant Eugen Schenk jun.. Nach dem gemeinsamen Singen der Bayernhymne ging´s dann raus zum Balmertshofer Dorffest, das die Feuerwehr gemeinsam mit dem Schützenverein Tell veranstaltet. Nach all den kernigen Reden war hier Gelegenheit zum fröhlichen Beisammensein.

Der Festsonntag begann mit einem Zug zum Festgottesdienst auf dem Dorfplatz, die von Pfarrer Egger zelebriert wurde. Nach den Geleitworten für den Tag von Bürgermeister Josef Walz war der Frühschoppen mit frischen Weißwürsten dran. Zu denen, die nach dem Frühschoppen der Einfachheit gleich sitzen blieben, kamen noch viele Gäste aus der näheren und weiteren Umgebung, die die angebotenen Schmankerln und die schwungvolle Musik der Musikkapelle aus Beuren genossen. 

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