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Mit Feuer und Flamme dabei

Jubiläum FFW Kadeltshofen

Schon bevor am 1. Mai 1876 die Freiwillige Feuerwehr Kadeltshofen gegründet wurde bekämpften die Männer des Ortes die immer wieder verheerenden Brände mit primitiven Mitteln. Mit dieser Gründung begann aber die inzwischen 125jährige Geschichte der immer besser ausgestatteten FFW Kadeltshofen. Bis 1871 mussten noch Feuerhaken und Wasserkübel den drei Rotten zur Feuerbekämpfung reichen. Am 20. April dieses Jahres wurde von Wieland in Ulm für den runden Betrag von 1000 Mark eine vierrädrige Saugspritze gekauft. Dabei blieb es natürlich nicht, immer wieder wurde in die Ausrüstung investiert. 1908 gab es eine neue Handspritze, 1928 wurde mit einer 7000 Mark teuren, pferdegezogenen Motorspritze enorm aufgerüstet. Da war dann der Bau eines neuen Gerätehauses, das zwei Jahre später bezogen wurde, nur die logische Folge. Immer schon war die Mitgliedschaft bei der Feuerwehr in Kadeltshofen Ehrensache, zeitweise taten 70 Aktive Dienst. Besonders schwierig wurde dieser Dienst während des Krieges, als viele Männer fehlten und die verbliebene Rumpfmannschaft wegen der vielen Fliegeralarme beinahe ständig in Bereitschaft stand. Erst 1959 war wieder eine Neuanschaffung fällig, eine TS/8 Motorspritze wurde gekauft. 1986 wurde das Tragkraftspritzenfahrzeug, ein Ford Transit, von der Pfaffenhofener Wehr übernommen und bis heute im Dienst gehalten. In jüngerer Zeit kamen drei Handsprechfunkgeräte hinzu, seit wenigen Wochen steht auch ein Mischgerät für Schaummittel zur Verfügung, das bei speziellen Bränden zum Einsatz kommt. Zur Unterstützung der Feuerwehr wurde am 22. Mai 1996 der Verein „Freiwillige Feuerwehr Kadeltshofen / Remmeltshofen“ gegründet. Dass diese lange Geschichte Anlass genug für eine zünftige Jubiläumsfeier ist, kann man sich denken. Diese fand vom 13. bis 15. Juli statt. Ein erster Höhepunkt des Programms war der Festakt mit Ehrungen. Vereinsvorsitzender Markus Rupp betonte in seiner Ansprache, dass jeder einzelne Feuerwehrmann die Bereitschaft mitbringe im Einsatz sein Leben zu riskieren. Damit gelte auch in kadeltshofen der Leitspruch „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“. Kommandant Franz Winter hob hervor, dass auch die zusätzlichen Aufgaben, wie technische Hilfeleistung und Personenrettung, die von den Feuerwehren heute geleistet werden nur durch den Gemeinsinn der Wehrmänner bewältigt werden könnten. „Tausende Stunden Einsatz sind tausende Stunden weniger Freizeit“, darin sah Schirmherr Bürgermeister Josef Walz den Beleg für eine vorbildliche Einstellung. Dafür sprach er der Wehr seinen Dank aus. Dem konnte landrat Erich Josef Gessner uneingeschränkt zustimmen. Die Kadeltshofener truppe beweise, dass sie stabile Eisbrecher in der Kälte der Gesellschaft seien. 125 Jahre lang sei der Grundsatz „Einer für alle, alle für einen“  in selbstlosem Einsatz gelebt worden, so der stellvertretende Kreisbrandrat Helmut Rogg. Nachdem ein kurzer Überblick über die Vereinsgeschichte gegeben worden war, überreichten die örtlichen Vereine, Schirmherr Walz und Landrat Gessner ein Geldgeschenk und schafften damit den grundstock für die Anschaffung einer Vereinsfahne. Den Abschluß des festaktes bildeten die Ehrungen. Landrat Geßner zeichnete Josef Jehle, Franz Winter, Geoerg Schreiber, Michael Schreiber, Georg Rueß und Uli Winter für 25 Jahre aktiven Dienst aus. Am Sonntagnachmittag zeigten dann die Feuerwehren bei einer Schauübung was sie können. Die Pfaffenhofener Wehr zeigte, wie man mit Atemschutzträgern Feuer in einem verrauchten Gebäude bekämpft und aus diesem Personen rettet. Die Wehrmänner aus Straß demonstrierten den Einsatz von Rettungsschere und Hydraulikspreitzer an einem Autowrack. Die geborgenen „Opfer“, die täuschend echt geschminkt waren, wurden zur Versorgung an die Sanitäter des Roten Kreuzes übergeben. Bei allem Pflichtbewußtsein kamen natürlich Geselligkeit und Frohsinn auf dem eigentlichen Fest nicht zu kurz. Ein musikalisches Programm, kulinarische Schmankerln und Getränke sorgten für rundum gut versorgte und zufriedene Gäste.

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