Neues Glanzstück

Ehrenteller von Hermann Köhl erworben
Hartnäckigkeit siegt, das könnte zumindest der Leiter des Hermann-Köhl-Museums, Bernd Weiß behaupten. Seinen Bemühungen ist es zu verdanken, dass ein neues Glanzstück den Weg ins Pfaffenhofener Museum gefunden hat. Mit einem kleine finanziellen Kraftakt gelang es der Marktgemeinde den so genannten „Bremer Silberteller“ zu erwerben. Diesen bekamen die drei Ozeanflieger nach der ersten Nordatlantiküberquerung von Ost nach West in Bremen von der Bremer Kaufmannschaft als Ehrengabe überreicht. Der Teller trägt als Aufschrift den Wahlspruch der Bremer Hanse "Buten un binnen, wagen und gewinnen" sowie die Widmung "Dem Bremen-Flieger Die Handelskammer". Er ist mit dem Namenszug "Hermann Köhl" versehen ebenso mit dem Datum des Abflugs der "Bremen" in Baldonnel "12.4.1928" und der Ankunft in Bremen "19.6.1928". Den Rückweg aus Amerika hatten die Ozeanflieger mit dem Schiff „Columbus“ angetreten, das sie nach Bremerhaven brachte. Als sie dort wieder deutschen Boden betraten mussten sie sich einer Vielzahl von Feierlichkeiten und Ehrungen stellen. So hatten Mitglieder des ADAC damals eine Sternfahrt nach Bremen gemacht und ie Flieger mit einem Autocorso, an dem 240 Fahrzeuge teilnahmen, von Bremerhaven nach Bremen gebracht. Dort wurde den drei Ozeanfliegern Hermann Köhl, Ehrenfried Günther Freiherr von Hünefeld und James C. Fitzmaurice im ehrwürdigen Schütting, dem Haus der Bremer Kaufmannschaft, ein Ehrenteller überreicht, wobei es sich jeweils um absolute Unikate handelt, da die Teller mit dem jeweiligen Namenszug versehen sind. Der Teller von Freiherr Fitzmaurice befindet sich in Bremen in der Flugzeugausstellungshalle, wo seit dem Jahr 1997 auch die "Bremen" ausgestellt ist. Die Junkers D1167 ist Eigentum des Henry-Ford-Museums in Detroit und befindet sich als Leihgabe in Bremen, wo sie zwischenzeitlich auch restauriert wurde. Wo der Ehrenteller des Freiherrn von Hünefeld verblieben ist, ist nicht bekannt. Der Ehrenteller von Hermann Köhl ging nach seinem Tod in den Besitz seiner Ehefrau Elfride Köhl über. Diese hatte aus ihrer zweiten Ehe Zwillingsschwestern als Stieftöchter. Eine dieser Töchter wanderte in den 60er jahren in die USA aus und nahm den Teller mit. Am Rande der 700-Jahr Feiern der Marktgemeinde nahm Museumsleiter Bernd Weiß zu deren Zwillingsschwester Christine Gläser auf, die den Teller nach einem Besuch in den USA mitbrachte. Bernd Weiß holte das wertvolle Stück dann persönlich bei Frau Gläser in Kiefersfelden ab.
