Online Plattform dokumentiert historische Ortsnamen Pfaffenhofens und der Ortsteile

Im Rahmen des Online-Projekts „Die Ortsnamen des Regierungsbezirks Schwaben“ werden die Namen der Orte Schwabens erklärt, die Ende des 20. Jahrhunderts bestanden und vor 1800 erstmals schriftlich belegt sind. Die einzelnen Artikel wurden bei der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften erstellt und sind das Ergebnis von wissenschaftlichen Analysen der Ortsnamen.
Das Besondere: in dem Projekt werden auch die historischen Ortsnamen Pfaffenhofens und der Ortsteile behandelt. Die Plattform zeigt die Bedeutung der Ortsnamen und deren Entwicklung, ihre frühesten historischen Nennungen und hörbar die gesprochenen Mundartformen auf.
Die Plattform erreichen Sie über folgenden Link: Protected link
Grundlagen zur Datengewinnung waren die im Rahmen der Buch-Reihe „Historisches Ortsnamenbuch von Bayern (HONB)“ bearbeiteten Bände zu den Ortsnamen schwäbischer Landkreise. Hier waren besonders die Arbeiten von Prof. Werner König (Universität Augsburg) und seinem Schülerkreis eine zentrale Grundlage. Zuletzt sind 2020 die Bände Augsburg von Hans-Peter Eckart und Nördlingen von Bernd Eigenmann erschienen. Berücksichtigt wurden auch die ortsnamenbezogenen Daten des „Sprachatlasses von Bayerisch-Schwaben (SBS)“ und das Lexikon der Ortsnamen von W.A. v. Reitzenstein.
Mundartformen wurden im Rahmen des Online-Projekts mit kompetenten älteren Dialektsprecherinnen und -sprechern vor Ort aufgenommen und als Audiodateien dokumentiert.
Für das Untersuchungsgebiet Bayerisch-Schwaben ist festzustellen, dass sich aus namentypologischer Sicht zwei Regionen voneinander abheben:
- Der nördliche Teil Schwabens ist von einer Vielzahl frühmittelalterlicher Ortsnamen auf ‑ingen (vgl. Dillingen, Nördlingen oder auch den ursprünglichen ‑ing-Namen Schwabmünchen, im 10. Jahrhundert als Mantahinga überliefert) und ‑heim (Achsheim, Jedesheim, Sontheim) geprägt.
- Im Süden Schwabens trifft dies nur für die Flusstäler der Iller und der Günz zu. Ansonsten treten im Allgäu vor allem jüngere, d. h. hoch- und spätmittelalterliche Typen wie die Ortsnamen auf ‑ried (Rodungsnamen wie Altusried, Dietratried) und die genetivischen Ortsnamen (nach dem Muster Adelharz = Genetiv des Personennamens Adelhart) hervor. Für den gesamten Regierungsbezirk ist eine hohe Anzahl von Namen auf ‑hausen und ‑hofen charakteristisch, deren Blütezeit im späteren Frühmittelalter lag, sowie einige Namen, die vordeutschen Schichten zuzuordnen sind und z. T. bis in die Antike zurückreichen. Als Beispiele hierfür seien Kempten (keltisch), Augusta, das Bestimmungswort des Namens Augsburg, und Pfronten (romanisch) genannt.
Weitere Vorhaben und laufende Projekte
In der noch laufenden zweiten Projektphase wird das Namenkorpus ergänzt, d. h. die in der Zeit nach 1800 erstmals erwähnten Ortsnamen sowie die Namen von abgegangenen Orten (Wüstungen) und von in größeren Orten aufgegangenen Siedlungen werden einbezogen.
Organisation
Die Online-Präsentation der schwäbischen Ortsnamen auf der digitalen Plattform der Kommission für bayerische Landesgeschichte, Protected link, erfolgt in Kooperation und gefördert durch das bayerische Kulturportal Protected link.