Pfaffenhofens "Neue Mitte" wird gemeinsam erarbeitet

Die Bürger und Bürgerinnen Pfaffenhofens waren eingeladen und rund 150 Teilnehmer fanden sich in der Aula der Hermann-Köhl-Schule ein. Der beauftrage Planer, Professor Martin Schirmer zeigte sich überrascht von der großen Resonanz. Auf großes Interesse stieß bei den Teilnehmer das hölzerne Modell des Ortskerns, das den jetzigen Zustand anschaulich darstellt. Je nach den Arbeitsergebnissen im Planungsfort-schritt wird dann das Modell verändert, damit es die gewünschte bauliche Zukunft für Pfaffenhofen zeigt. Zur Einstimmung für die Teilnehmer zeigte Professor Schirmer anhand eines Bildvortrags die bauliche Entwicklung Pfaffenhofens in der Geschichte. Beginnend im 1835 wurde gezeigt, dass das einstige Haufendorf am Fluss mit der Kirche als Mittelpunkt einen sehr idyllischen Anblick bot. Bilder und Grafiken machten dann deutlich, dass sich der Ort bis zum Jahr 1939 kaum veränderte. Nach dem Krieg, auch bedingt durch den Zuzug sehr vieler Vertriebener, setzte dann jedoch eine steile Entwicklung ein, in deren Verlauf zahlreiche Siedlungsgebiete entstanden. Heute ist bereits eine Stagnation festzustellen, im Ortskern gibt es einige leer stehende Gebäude. Zudem prägen regelrechte "Löcher" das Zentrum. Als nächstes zeigte Professor Schirmer wie ein fremder Besucher den Ort sieht. Geprägt von der Hauptstraße und dem Verkehr fehlt ihm der soziale Raum. Keine historischen Gebäude in der Mitte die einen gewachsenen Kern bilden, fehlende Geborgenheit, teilweise hässliche Fassaden und Bauten und große leere Flächen stellen die Hauptprobleme dar. Die attraktive Flusslandschaft der Roth ist nicht erlebbar, da weitgehend der Zugang abgeriegelt ist. Nach dieser Darstellung waren die Bürger und Bürgerinnen am Zug. Nach Erläuterung der Spielregeln erhielten sie grüne und rote Kärtchen und durften in vier Gruppen die Stärken und Schwächen ihres Heimatorts, wie jeder einzelne sie sieht, auflisten. An diesem Punkt erst mal Bestandsaufnahme zu machen und noch nicht zu diskutieren, wie es die Spielregeln vorsahen, war für viele das Schwierigste. Schwerpunkte bei der Auswertung der grünen Kärtchen, also positiven Seiten des Ortes, waren die verkehrsgünstige Lage, die Wohnqualität, Natur und Landschaft, die sozial Infrastruktur, leichte Integration, das rege Vereinsleben und die gute Grundversorgung. Da Kritisieren immer leichter fällt als Loben waren die roten Kärtchen natürlich in der Überzahl. Beanstandet wurden unter anderem das fehlende Cafe, zu wenig Spazierwege und Ruhebänke, besonders die Verkehrssituation im Ortskern und das schwache Freizeitangebot. Interessanterweise waren verschiedene Themen gleichzeitig positiv und negativ beurteilt worden. Nach der Auswertung der Meinungen war der vorgesehene Endezeitpunkt der Veranstaltung schon erreicht. So bekamen die Bürger die gelben Kärtchen, die eigentlich auch noch dran gewesen wären, mit nach hause. Auf diesen sollen die Teilnehmer ihre Wünsche und Erwartungen an die Planung notieren und diese im Rathaus abgeben. Das Planungsbüro wird die Daten auswerten und Themen bezogen zusammenfassen. Weiter geht es dann bei der ganztägigen Zukunftswerkstatt am 16. November. Hier haben alle interessierten Bürger die Möglichkeit gemeinsam die baulichen Zukunftsperspektiven der "Neuen Pfaffenhofener Mitte" zu erarbeiten.
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