Schwäbisch auf Beurener Art

Gleich zu Beginn machte Werner Weltle mit seiner Begrüßung drastisch klar, wo die Unterschiede zwischen Hochdeutsch und Schwäbisch zu suchen sind. Er leitete die Vorstellung der 'Beurener Krauthäfa' im Brett im Schtoi ein, die beim Publikum zu Lachstürmen und begeistertem Beifall führte. 'Krauthäfa' ist seit jeher der Spitzname der Beurener.
Anita Strobel und Maria Störk als Martha und Rosa im Wartezimmer des Arztes reizen schon allein durch die authentische Aufmachung zum Lachen. Jede lässt am Mann der anderen kein gutes Haar, dann werden noch die Geschlechtsgenossinnen durchgehechelt, da sind auf einmal Hexenschuss und Erkältung nur noch Nebensache.
Dass Liebe in Schwaben durchaus auch etwas mit dem Stand des Bankkontos zu tun hat, zeigt Herr Krause alias Werner Weltle seinem Fräulein Luise, dargestellt von Tina Stölzle.
Ohne Schwester Gerda hätte Herr Heimle (Christian Schlander) das Warten auf sein erstes Baby wahrscheinlich nicht überstanden. Geplagt von Ungeduld, schweren Wehen und den unmöglichen Namensvorschlägen, die ihm seine Mutter via Handy übermittelt, leidet er schwer bis zum Happy-End des Sketches.
Was ist der Schwabe ohne Most? Nix, jedenfalls fast, das wird deutlich im Gedicht über die nächtlichen Angewohnheiten vom Gottlieb und den Tücken des Moschtholens im Nachthemd, bestens vorgetragen von Werner Weltle.
Umwerfend in Mimik und Gestik sind Maria Störk und Christoph Schlander im Sketch "Du hasch a Glück". Da der Zug Verspätung hat, ist genug Zeit für Emma ihrem Rudolf noch mal haarklein aufzuzählen, was in ihrem einwöchigen Urlaub von ihm alles zu erledigen sei. Waldemar ausführen, selbst wenn er gar nicht muss, den Wellensittich führen, die Beeren brocken, Holz machen, Gartenzaun richten, die Liste nimmt kein Ende. Dabeihat er so ein Glück, er kann sich die Arbeit ja frei einteilen.
Wie schnell Hochzeitsvorbereitungen das erste schwere Zerwürfnis herbeiführen können, und das nur wegen der buckligen Verwandtschaft, das zeigen Tina Stölze und Christoph Schlander als junges Paar.
Auch ein Sketch von Loriot kommt zu Ehren. "Liebling, das Ei ist hart", bildet den gelungen Schlusspunkt von zwei überaus gelungen Stunden.
Die Helfer im Hintergrund, ohne die kein Theater funktioniert waren Werner Kempter, der für die Technik sorgte, Gabi Purr war für die Maske verantwortlich und als Souffleuse fungierte Rosi Weltle.








