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Toleranz gefordert

So viele Besucher und Ehrengäste wie nie zuvor wollten die Neujahrsansprache von Bürgermeister Josef Walz hören, der zum traditionellen Neujahrsempfang in die Aula der Hermann-Köhl-Schule geladen hatte. Nach der Begrüßung der Ehrengäste kam Josef Walz dann auch gleich auf das Thema zu sprechen, das Pfaffenhofen in den vergangenen Wochen zu bundesweiter Bekanntschaft in den Medien gebracht hatte. Seine Meinung zum Kruzifix-Urteil, das nach wie vor die Gemüter bewegt und die Leserbriefspalten in den Zeitungen füllt: "Wenn ich heute von Toleranz spreche, hätte ich mir gerade an dieser Schule gewünscht, dass diese auch unserem Kruzifixgegner ein Begriff ist. Er, der Toleranz von allen für seine Gewissensnöte, die er sicherlich habe, einfordert, tritt mit dem von ihm erwirkten Urteil die Gefühle vieler mit Füßen". Von Beifall unterbrochen fuhr er fort: "Toleranz bedeutet nicht nur Respekt vor der Meinung von Minderheiten, sondern auch vor der Überzeugung der Mehrheit zu habe". Keinen Zweifel äußerte Josef Walz an den pädagogischen Fähigkeiten des Lehrers, meinte jedoch, dass dieser als Pädagoge die Aufgabe habe nicht Zwietracht unter die Menschen zu bringen, sondern alles dazu zu tun ein friedliches Zusammenleben in der Gemeinschaft zu fördern. Die Ereignisse des 11. September waren für Bürgermeister Walz ein weiterer Anlass zur Toleranz aufzurufen. "Der Islam ist nicht schuld an der Gewalt, Terrorismus hat keine Religion", sagte er. Auf kommunaler Ebene seien die Ausweisung eines neuen Gewerbegebietes und die Fertigstellung der Westumfahrung in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Neu-Ulm die wichtigsten Projekte des vergangenen Jahres gewesen. Mehr Bürgernähe seien das Ziel von Politik und Verwaltung, auch durch Nutzung neuer Kommunikationsräume, wie das Internet, betonte Josef Walz. Besonders erfreut sei er über die Tatsache, dass die Bereitschaft zu bürgerschaftlichem Engagement in Pfaffenhofen nach wie vor sehr hoch sei. Dies lasse ihn mit Zuversicht in die Zukunft sehen. Zum Stichwort Zukunft passte dann auch die schon traditionelle Ehrung von Jugendlichen, die sich im vergangenen Jahr durch besondere Leistungen ausgezeichnet hatten. Manuel Stetters Hobby sei unüberhörbar. So stellte Josef Walz den Buben vor, der seit seinem fünften Lebensjahr Schlagzeug spielt und als einer der besten Schlagzeuger seiner Altersklasse gilt. Die nächste Ehrung galt vier Lebensrettern. Der Lehrer Werner Kummlin und die Schüler Kilian Baum, Martin Fruth und Tobias Schütz hatten bereits im Jahr 2000 einen Mitschüler durch Atemspende und Herz-Druck-Massage ins Leben zurückgerufen. Dieser, obwohl ein sportlicher und durchtrainierter Junge, war beim 1000-Meter-Lauf plötzlich umgefallen und bewusstlos geworden. Das Unglaubliche geschah dann im Jahr 2001. Fast genau ein Jahr später traf denselben Jugendlichen das gleiche Schicksal. Und erneut schafften es die gleichen Retter durch ihr beherztes Eintreten und umsichtiges Handeln den Mitschüler wiederzubeleben. Mit diesen Ehrungen war dann auch die Ansprache des Bürgermeisters beendet. Nachdem es bereits im vergangenen Jahr großen Anklang gefunden hatte, den Anteil der Reden zugunsten des kulturellen Teils zurück zu schrauben, kam dann auch gleich die Musik zu ihrem Recht. Eine kleine Bläsergruppe des Musikvereins begann mit einem kurzen Stück, die Chöre des Liederkranzes Pfaffenhofen folgten. Ihren ersten größeren offiziellen Auftritt hatte hierbei auch die neue Dirigentin des Männerchores, Anja Meier. Es ist zu hören, dass, seit sie Leitung des Chors übernommen hat, der Probenbesuch sprunghaft zugenommen hat. Nach dem Ende des Kulturellen teils wurde die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch von den Anwesenden gern genutzt und so war die Aula noch bis in den Nachmittag hinein mit Gästen gut gefüllt.

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