Zoff bei Zeus

"Grad schad dass vorbei isch", das war die einhellige Meinung der Akteure vom 'Brett im Schtoi' nach der letzten von vier ausverkauften Vorstellungen. 'Das griechische Säule', so hieß das Stück, geschrieben von Klaus Maucher, das die Macher der Kleinkunstbühne gekonnt in Szene setzten. Alle Jahre wird der Wunsch mal wieder selbst auf der Bühne zu stehen für die, die sonst immer organisieren, übermächtig. Gut so, kann man da nur sagen, denn was da heraus gekommen ist kann sich im wahrsten Sinn des Wortes sehen lassen. Angefangen von den liebevoll geschneiderten Kostümen (dafür verantwortlich Karola Engel), über die Schminkkunst bis zum Bühnenbild, bei allem spürte man die Liebe zum Detail. Am 30. Februar hat der berüchtigte Fremdgänger Zeus (Josef Walz) Namenstag und die gesamte berühmt-berüchtigte Verwandtschaft ist in den Olymp geladen. Hera (Karola Frick) hat eine Überraschung für ihren Gemahl vorbereitet. Zuvor jedoch werden von ihr jedoch ausgesprochen resolut Herakles (Georg Birkle) und Hestia (Heike Röder), die den Helden sichtlich verehrt, von ihr mit den Vorbereitungen beschäftigt. So richtig auf die Party freut sich eigentlich nur Aphrodite (Simone Walz). Ihr Großvater Uranos (Harry Bittner, Norbert Riggenmann) ist von der Unruhe und dem Verhalten seines Sohnes wenig erbaut. Schwer in Stress ob all der zu erledigenden Aufträge gerät Hermes (Konrad Stetter), der nicht zu Unrecht behauptet: "Als Götterbote bisch allweil der Depp". In seiner Eile überfährt er schon mal den ein oder anderen Hasen und zieht damit den Zorn von Artemis (Julia Birkle) auf sich. Pallas Athene (Michaela Birkle), Demeter (Monika Haap) die als Geschenk einen kapitalen Sellerie mitbringt, Rhea (Elfi Staab)die als treusorgende Mutter ihren Sohn Zeus mit 'Gäderstutzen versorgt, Hades (Gisbert Eppelt)mit seinem furchteinflößenden Höllenhund Zerberus, Poseidon alias Wasserleichen-Done (Nikolaus Maucher und Kronos (Gerhard Staab) vervollständigen den Reigen der olympischen Familie. Das Überraschungsgeschenk, das Hera für ihren Göttergatten hat, ist das 'griechische Säule, ein kleines goldenes Terrakottaschwein, ein schönes Sinnbild für Zeusens Lebenswandel. Das fällt dem göttlichen Zorn in Form von einem Blitz zum Opfer. Zur Einleitung, zwischen den Akten und am Schluss sorgten Dyonisos (Horst Engel) und Sirene (Kathi Birkle) mit Gesang für Stimmung. Heftiger Applaus belohnte die Künstler für den ausgesprochen kurzweiligen Abend, den sie dem begeisterten Publikum bereitet hatten.
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