1. Vorentwurf Flächennutzungsplan

Paradigmenwechsel in der Planung
Die Städte- und Landschaftsplaner Professor Martin Schirmer und Professor Gerd Aufmkolk haben dem Markrat den 1. Vorentwurf zur Fortschreibung des Flächennutzungsplans vorgestellt. Nachdem eine erste Planung auf den Bürgerversammlungen diskutiert werden konnte sind die daraus resultierenden Wünsche und Anregungen eingeflossen. Der am meisten kritisierte Punkt des Planes, das Gewerbegebiet westlich von Roth, ist nicht mehr enthalten. Dafür sind weitere Gewerbeflächen westlich des bestehenden Gewerbegebietes vorgesehen. Die Planer empfehlen dieses Gebiet durch einen breiten Grünstreifen in die Landschaft einzubinden. Dadurch wären die Ausgleichsflächen für den Naturschutz direkt an das Gewerbegebiet gekoppelt. Für die Wohnbebauung ist ein Zuwachs an Flächen von 16 Hektar gedacht. Der eigentliche Bedarf liegt nach Professor Schirmer bei 12 Hektar, so das noch Reserven vorhanden sind. Diese Flächen sind im wesentlichen im Siedlungsband entlang der Roth. In den anderen Ortsteilen ist nach Ansicht der Planer genügend Fläche aus dem bestehenden Flächennutzungsplan vorhanden. Generell soll bei den landwirtschaftlich geprägten Ortsteilen der Dorfcharakter gestärkt und die landschaftlich hochwertigen Ortsrandbereiche mit ihren Streuobstbeständen gesichert werden. Die Standorte verschiedener Bauwünsche von Bürgern, die bei den Bürgerversammlungen geäußert wurden, unterzogen die Planer einer eingehenden Analyse. Das Ergebnis wurde in den Plänen mit einem roten Kreuz für "nein" und einem grünen Kreuz für "ja" markiert. Ein Fuß- und Fahrradweg soll die Roth für Freizeitnutzung erschließen. Damit soll sie auch mehr in den Mittelpunkt der Orte gerückt werden. Einen Schutzstatus sollten das Biber- und Osterbachtal und dort insbesondere die steilen Westhänge erhalten. Durch die zu erwartende Änderung der Bevölkerungsstruktur und des Bevölkerungswachstums und deren Auswirkung auf die planung sehen die planer einen Paradigmenwechsel. Standen bei bisherigen Planungen immer Zuwachs im Vordergrund, so sie jetzt das Augenmerk auf die Schaffung einer "neuen Qualität" das Ziel. Daraus resultiere auch, dass sicher dem einen oder anderen Bürgerwunsch nicht entsprochen werden könne.